Haben wir Forderungen zu unterbreiten – Aufbrüche und Widersprüche eines Revolutionsparlaments

18. Dezember 2018, 11:00
konferenz  

Vom 16. bis 20. Dezember 1918 kamen im Berliner Abgeordnetenhaus Arbeiter- und Soldatenräte aus ganz Deutschland zu einem Kongress zusammen. Mit ihrem Beschluss, Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung abzuhalten, ebneten sie den Weg zur parlamentarischen Demokratie. Daneben aber fassten die Delegierten noch eine Reihe weiterer wichtiger Beschlüsse. So sprach sich eine große Mehrheit für eine grundlegende Demokratisierung des Militärs aus und forderte eine Sozialisierung aller dafür als «reif» befundenen Industriezweige. Diese heute meist vergessenen Beschlüsse setzten Signale für eine weitergehende Umwälzung der Gesellschaft. Die Zusammensetzung und Beschlüsse des Rätekongresses im Dezember 1918 sind aber auch Ausdruck einer widersprüchlichen revolutionären Bewegung. Die Vergangenheit wirft Schlaglichter auf die Gegenwart.

Auf der Tagung soll es nicht nur um die historische Einordnung der damals gefassten Beschlüsse gehen, sondern auch um die Frage, wie aktuell sie nach einhundert Jahren noch sind. Wie würden sie heute formuliert werden? Was müsste zusätzlich in den Blick genommen werden?

Eine Veranstaltung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Kooperation mit: August-Bebel-Institut, Gedenkort Friedhof der Märzgefallenen, Münzenbergforum Berlin und Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam.

Die Tagung ist Teil des von der Kulturprojekte Berlin GmbH veranstalteten Themenwinters «100 Jahre Revolution Berlin 1918/19».
Programm:

11 – 11:15 Uhr:  Eröffnung

  • Susanne Kitschun (Friedhof der Märzgefallenen)
  • Moritz von Dülmen (Kulturprojekte Berlin)

11:15 – 11:45 Uhr: Einführungsvortrag

  • Rüdiger Hachtmann (ZZF Potsdam)

12 – 13:30 Uhr: 1. Sektion: Waffen für die Republik?!

  • Szenische Einführung: Kirschendiebe & Perlentaucher
  • Joachim Käppner (Süddeutsche Zeitung)
  • Ingar Solty (Rosa-Luxemburg-Stiftung)

13:30 – 14:15 Uhr: Mittagspause

14:15 – 15:45 Uhr: 2. Sektion: Reif für die Sozialisierung?!

  • Szenische Einführung: Kirschendiebe & Perlentaucher
  • Lothar Wenzel (IG Metall)
  • N.N. (Dragoner-Areal)

15:45 – 16 Uhr:  Kaffeepause

16 – 17:30 Uhr: 3. Sektion: Demokratie in der Transformation?!

  • Szenische Einführung: Kirschendiebe & Perlentaucher
  • Johanna Strunge (Universität Göttingen)
  • Miguel Sanz Alcántara (15M, Madrid/Berlin)

17:30 – 18 Uhr:  Kaffeepause

18 – 19:30 Uhr: Abschlusspodium
Nur Erinnerung? Zur Gegenwart von Demokratie- und Revolutionsgeschichte

  • Stefan Müller (Friedrich-Ebert-Stiftung)
  • Florian Weis (Rosa-Luxemburg-Stiftung)
  • N.N.

Location

Podewil, Klosterstr. 68-74, 10179 Berlin