Diskussion
Grenzen und Möglichkeiten für eine Rätebewegung
Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin
Von den spanischen Basiskomitees der 1930er bis ins heutige Rojava – und darüber hinaus?
In bestimmten historischen Situationen eröffneten sich für Rätebewegungen immer wieder neue Gestaltungsräume: Menschen nutzten die Gelegenheit, in Selbstorganisation neue Modelle gesellschaftlichen Zusammenlebens zu entwickeln. Mit zeitlichem Abstand betrachtet, erscheinen sie oft in der Gestalt historischer Übergangsphänomene von der einen zu einer anderen Ordnung. Zumeist verschwinden sie nach nur kurzer Zeit, zerschlagen von außen oder gescheitert an inneren Widersprüchen.
Auf Grundlage aktueller Buchveröffentlichungen diskutiert unser Podium die Grenzen, aber auch die Möglichkeiten verschiedener Rätebewegungen in Vergangenheit und Gegenwart. Damit verbunden ist ebenso der Anspruch, aus der Kenntnis dieser Beispiele einen geschärften Blick für die Chancen einer künftigen Rätebewegung zu gewinnen.
Auf dem Podium:
Christoper Wimmer, Soziologe und Autor. Er forscht zu sozialer Ungleichheit, Armut, Marginalisierung und zur Theorie und Praxis linker Bewegungen. In seinem Buch im Karl Dietz Verlag publizierten Buch „Alles muss man selber machen“ (Karl Dietz Verlag, 2026) geht er der Frage nach, was wir von den Rätebewegungen vergangener und heutiger Tage lernen können – für eine selbstverwaltete und demokratische Gesellschaft, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag gelebt wird.
Thomas Stölting, Literaturwissenschaftler und Soziologe. Hat an verschiedenen Theatern gearbeitet, war in Hamburg Kommunalpolitiker, lebte viele Jahre in Spanien und seitdem in Berlin. In seinem Buch „Franco muss vergessen werden“ (Mandelbaum, 2026) behandelt er erinnerungspolitische Fragen mit Blick auf den Spanischen Bürgerkrieg und was die Konterrevolution damals antrieb.
Moderation: Rhena Stürmer, Historikerin. Ihre mehrfach preisgekrönte Promotionsarbeit „Jenseits des Bolschewismus“ (Wallstein, 2025) behandelt Lebenswege Weimarer Linkskommunist*innen, die zwischen den Systemen des 20. Jahrhunderts mit ihrer revolutionär-demokratischen Haltung die politischen Systeme ihrer Gegenwart herausforderten.