Kunstwettbewerb 2026
Das Wettbewerbsmotto
Das Münzenbergforum lobt zum zehnten Mal den Kunstwettbewerb in den Kategorien Film, Foto und Collage aus.
Vor 90 Jahren putschten rechte Nationalisten, Monarchisten und Teile des Militärs sowie der römisch-katholischen Kirche mit Unterstützung der deutschen und italienischen Faschisten gegen die demokratisch gewählte Volksfrontregierung der Zweiten Spanischen Republik. Aus aller Welt kamen tausende Freiwillige nach Spanien, um die Republik zu verteidigen. Unter ihnen befanden sich Schriftsteller:innen, Künstler:innen, Arbeiter:innen, Fotograf:innen und politische Aktivist:innen. Im elften Jahr widmen wir den Kunstwettbewerb dem Spanischen Bürgerkrieg und der Frage nach Erinnerung, Widerstand und Hoffnung in Zeiten der Faschisierung.
Der Spanische Bürgerkrieg war nicht allein ein militärischer Konflikt, er war ein Kampf um Demokratie, soziale Gerechtigkeit und die Frage, wie eine andere Gesellschaft aussehen könnte. Viele Künstler:innen wie Ernest Hemingway, George Orwell, Gerda Taro oder Egon Erwin Kisch reagierten unmittelbar auf die Ereignisse – mit Fotografien, Gedichten, Filmen, Plakaten und Reportagen, die bis heute das Bild dieses Krieges prägen.
Vor diesem Hintergrund hat sich das Münzenberg Forum für die Grabinschrift von Lucía Sánchez Saornil, der spanischen Schriftstellerin, Anarchistin und Mitbegründerin der anarchistischen Organisation Mujeres Libres, die im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Franquisten kämpften, als Motto entschieden:
Aber … ist es wahr, dass die Hoffnung gestorben ist?
Lucía Sánchez Saornil wurde 1895 in Madrid in eine Arbeiterfamilie geboren. Schon als junge Frau schrieb sie Gedichte und arbeitete als Telefonistin. In den 1920er Jahren wurde sie Teil der anarchistischen und feministischen Bewegung. Sie musste jedoch erkennen, dass selbst in revolutionären Bewegungen Frauen oft benachteiligt wurden. Deshalb gründete sie 1936 gemeinsam mit Amparo Poch y Gascón und Mercedes Comaposada die Organisation Mujeres Libres. Diese kämpfte für Bildung, Selbstbestimmung und die politische Teilhabe von Frauen.
Während des Spanischer Bürgerkriegs arbeitete sie für die anarchistische Presse und gründete die antifaschistische Hilfsorganisation „Solidaridad Internacional Antifascista“ (SIA). Mit den Mujeres Libres bot sie Bildungsprogramme, Kinderbetreuung und politische Schulungen an, damit Frauen aktiv am gesellschaftlichen und antifaschistischen Kampf teilnehmen konnten. Bis 1939 wuchs die Organisation auf mehr als 20.000 Mitglieder an.
Nach der Niederlage der Republik musste Lucía Sánchez Saornil wie viele andere ins Exil flüchten. Von Frankreich aus organisierte sie Hilfe für die Geflüchteten. Nach ihrer Rückkehr lebte sie unter den Bedingungen der Franco-Diktatur und zog sich aus der politischen Öffentlichkeit zurück. Dennoch blieb sie ihren anarchistischen und feministischen Überzeugungen bis zu ihrem Tod 1970 verbunden. Die Mujeres Libres wurde verboten und zerschlagen, ihrer Mitglieder verfolgt und inhaftiert oder gingen ins Exil.
Das MÜNZENBERG FORUM BERLIN erwartet in den einzelnen Kategorien Einsendungen, die sich mit den jeweiligen Stilmitteln im Kontext des Themas mit heutigen gesellschaftspolitischen Verhältnissen und Entwicklungen auseinandersetzen. Einsendeschluss für alle drei Kategorien ist der 06. August 2026. Wir vergeben in jeder Kategorie ein Preisgeld von bis zu 5.000 €, über dessen Aufteilung eine Jury entscheidet.
Die Arbeiten aller Preisträger:innen werden am 16. Oktober 2026 im Rahmen einer Preisverleihung prämiert und vom 16. Oktober 2026 bis zum 30. November 2026 im Foyer des FMP1 (Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin) präsentiert. Ferner werden alle Beiträge der Preisträger:innen auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des MÜNZENBERG FORUM BERLIN vorgestellt und veröffentlicht.