Die Gewinner*innen des Kunstwettbewerbs 2021

10. September 2021

Der Kunstwettbewerb des Münzenbergforums Berlin geht unter dem Motto »Moderne Kommunikationsmittel verleihen Macht.« ins sechste Jahr. In den drei Kategorien Foto, Film und Collage erreichten uns wieder unzählige Einsendungen. Die Jurys haben ihre Auswahl getroffen, hier präsentieren wir euch die Gewinner*innen.

Alle prämierten Arbeiten sind vom 01. Oktober bis zum 31. Oktober 2021 im Foyer des FMP1 (in der Nähe des Ostbahnhofes) zu sehen. Die Ausstellungseröffnung mit feierlicher Preisverleihung findet am 01. Oktober um 19 Uhr im Münzenbergsaal des FMP1 statt. Um Anmeldung wird gebeten. Es gilt die 3G-Regel (Getestet, Genesen oder Geimpft). Weitere Informationen zur Preisverleihung folgen in Kürze in der Rubrik Events.

Foto als Waffe -Preis

1. Preis

Der erste Preis in der Kategorie Foto geht an Hannah Wolf und Natalia Kepesz. Beide erhalten jeweils ein Preisgeld von 1.750€.

Himmel/kein Himmel (2019) lautet der Titel der Fotoserie von Hannah Wolf. Es sind die Werbeplanen, die Plakate, die Fahnen, die kleinen Symbole im Stadtbild der türkischen Metropole Istanbul, die die politischen Veränderungen im Land aufblitzen lassen. Es ist eine schleichende Veränderung.

Militärische Camps für Kinder sind in Polen seit einigen Jahren im Trend. Zwischen Kunstblut, Drill und Patriotismus dokumentiert Natalia Kepesz mit ihrer Arbeit Niewybuch das Spannungsverhältnis von der kindlichen Suche nach Abenteuer und den Auswüchsen des polnischen Militärkults.

2. Preis

Der zweite Platz und 1.000 € Preisgeld gehen an den Fotojournalisten Tim Wagner. Er begleitete die Proteste im Dannenröder Forst, einem alten Mischwald und Trinkwasser-Reservoir. Während die Arbeit für Journalist*innen im Wald oft nicht leicht war, wurden die Räumungsarbeiten der Polizei von einem eigenen Social-Media- und Presse-Team begleitet. Ein Versuch stets die Deutungshoheit über die Geschehnisse zu behalten.

3. Preis

Medical Engineering, die Verschmelzung von medizinischen und ingenieurwissenschaftlichen Prinzipien bringt immer neue Medizintechnik hervor. Sie lässt gehörlose Personen wieder hören und kann die Bewegungsfähigkeit von Schlaganfallpatient*innen wiederherstellen. Ihre futuristische Anmutung zeigt Aristidis Schnelzer. Die Fotoserie erhält ein Preisgeld von 500€.

 

Erobert den Film -Preis

In der Kategorie Film hat sich die Jury in diesem Jahr entschieden, keine klassische Platzierung zu vergeben, sondern mehrere Filme in verschiedenen Unterkategorien zu prämieren.

Hauptpreis des Filmwettbewerb

1.800€ erhalten Conrad Veit und Charlotte Maria Kätzl für ihren Film Blastogenesis X. In der Optik eines alten Stummfilms werden höchst aktuelle Fragestellungen verhandelt, indem die hybriden, fantastischen Wesen eine Vielfalt zelebrieren und dabei all die Grenzziehungen zwischen Mensch und Tier und gleichfalls die binäre Geschlechterordnung dekonstruieren.

(Con­rad Veit und Char­lot­te Ma­ri­a Kätzl, Blastogenesis X, 1:53 min, Trailer)

Preis für den besten Spielfilm

In der Unterkategorie „Bester Spielfilm“ hat die Jury die Arbeit Hasen in einer Wiese von Leonie Kellein auserkoren. Der Film erzählt die Geschichte einer explizit weißen Familie im ländlichen Idyll. Die Perspektive auf das Geschehen nimmt unterschiedliche Positionen ein und mit ihr wandelt sich die Deutung des Gesehenen. Leonie Kellein erhält 800€ Preisgeld.

(Leonie Kellein, Hasen in einer Wiese, 0:26 min, Trailer)

 

Preis für den gesellschaftlich relevantesten Film

In about:borders 2020 von Sophia Leitenmayer durchquert ein Bulli mit Schlauchboot im Gepäck Europa, über Grenzen hinweg. Sein Ziel ist das Schiff der gleichnamigen Menschenrechtsorganisation Mare Liberum auf der griechischen Insel Lesvos. Gleichzeitig gingen sie der Frage nach, was vernetzter transnationaler Aktivismus während einer globalen Pandemie bedeutet. Aktivist*innen erzählen ihre Perspektiven von Grenzen, mit denen sie in ihren jeweiligen Handlungsräumen konfrontiert sind und ihrem Umgang damit. Das Preisgeld beträgt 800€.

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(Sophia Leitenmayer, about:borders 2020, 1:00 min, Trailer)

Preis für interdisziplinäre Umsetzung

 

Daniel Theiler stellt in seinem Film Top Down Memory den Balkon als Mittel der Inszenierung in den Mittelpunkt. Ob geschichtsträchtiges oder popkulturelles Ereignis, die Erhöhung dieses baulichen Elements erlaubt und ermöglicht die alles überragende Selbstdarstellung, die zur Not und für die Geschichtsbücher noch einmal nachgestellt wird. Auch dieser Film wird mit 800€ prämiert.

(Daniel Theiler, Top Down Memory, 0:50 min, Trailer)

Preis für innovativstes Storytelling

Was passieren kann, wenn Philosophie, Hightech-Industrie und die schwäbische Kultur aufeinandertreffen, zeigt der fiktiv-dokumentarische Film HEIDEGGER’S VALLEY or TECHNE & THE 3 FOOLS von Elisa Braun, in Kollaboration mit Moritz Stumm. Der dadaistische Zusammenschnitt erzählt die Geschichte eines neuen Silicon Valleys, das in der Kleinstadt Messkirch entsteht, und führt zur Auseinandersetzung um Dialekt und Dialektik, Tradition und Technik. Das Preisgeld beträgt 800€.

(Elisa Braun, HEIDEGGER’S VALLEY or TECHNE & THE 3 FOOLS, 0:28 min, Trailer)

Nehmt Zeitungen, nehmt Scheren -Preis

1. Preis

Der erste Preis und 2.000€ gehen an Simone Karl für ihre Arbeit en theos. In der Collagenserie sind die Grenzen des Körperlichen fließend. Es gehen nicht nur Haut, Haar, Stoffe und Umwelt ineinander über – auch die binären Geschlechtsmerkmale mitsamt ihrer stereotypen Einordnung werden unklar. Es entsteht ein Hybrid aus Körpermerkmalen, das mit der fotografischen Selbstdarstellung in sozialen Medien spielt.

2. Preis

Ein Foto: collagiert, beschnitten, neu angeordnet. Mit jeder Änderung wandelt sich seine Darstellung, seine Deutung und seine Interpretation. Für die Collage Chaos erhält Audir Rashid den zweiten Preis und ein Preisgeld von 1.500€

 

3. Preis

Drittplatzierter des Collagewettbewerbs mit einem Preisgeld von 1.000€ ist Changan Son. Seine Arbeit 201401010000201912312359 stellt die minütlichen Screenshots seines Bildschirms dar. Ohne Detailansicht verrät sie doch etwas über die Nutzung des Digitalen, ist ein Einstiegstor in eine virtuelle Welt.

4. Preis

Der vierte Platz, dotiert mit 500€, geht an Joscha Heinrichs mit seiner Montagereihe UNREALISMUS. Die Fotografie gilt bis heute als realitätsabbildend. Schon eine leichte Montage verändert Ausdruck und Bedeutung des Bildes und setzt sie so in den Sinnzusammenhang der aktuellen Klimapolitik.